Seelenklänge von Peter Bouché

Konzert im Silvestersaal in Mindelheim am 8.10.2011

 

Was für ein Konzert, es war ein echter Bouché, ein neuer Bouché

 

Die sehr offene, im Jetzt entstehende Musik, lässt sich nicht wirklich kategorisieren . Wenn man sie derart greifen möchte, dann ist die Richtung da zu finden, wo sich Menschen immer wieder über ihre speziellen seelenmassierenden und heilsamen Qualitäten äußern.

In beiden Teilen des Konzertes spielte Bouché frei improvisierte Musik, ließ aber auch Themen bereits bekannter, eigener Stücke in die Improvisationen einfließen.

Es war eine Wonne zu beobachten, wie selbst gestandene Mannsbilder nach wenigen Stücken ruhiger wurden oder gar die Augen schlossen und in die Welt dieser Musik eintauchten. Einer Musik, die so schwer zu fassen und dabei so wohlig ist. Es war einfach schön zu sehen, wie etwas kontemplativ Meditatives seinen Raum suchte, sich den Raum nahm und die Menschen veränderte.

Auch in der Pause kam wieder die Frage nach der Kategorie seiner Musik und der Künstler konnte nichts Greifbares dazu sagen. Aber muss man das ? Wie soll man eine Musik kategorisieren, die sich nicht an einer Kategorie orientiert? Genügt es nicht, wenn da ein Mensch ist, dem es darum geht, nur noch aus dem Augenblick zu spielen. Die Musik ,die im Augenblick für die anwesenden Menschen im Raum steht und in den Raum fließen möchte. Dafür möchte er Kanal sein und es gelingt ihm immer öfter.

Davon konnten wir uns auch im zweiten Teil ein Bild machen. Jetzt begann er „ mit dem Flügel zu spielen,“ hatte sich auf seine Eigenheiten eingestellt. Er entwickelte eine andere Dynamik, man wurde rhythmisiert, konnte nicht mehr so weit wegträumen, wie noch im ersten Teil . Jetzt kam das wie Verstimmte des Flügels, der besonders in den leisen, tastenden, für die Musik von Peter Bouché so typischen Passagen das eine oder andere Mal leicht schräg, etwas grell oder hart klang, - wie sich ein Konzertbesucher in der Pause äußerte - nicht mehr so zum Tragen. Ab einer gewissen Dynamik hörte man das kaum mehr und so durften wir diese andere dynamische Seite der Bouché'schen Musik erleben.

Es war ein Konzert mit vielen Facetten, musikalischen und menschlichen . Doch auch diese Spielereien konnten nichts daran ändern: die Zeit verflog im Nu und kaum einer hat bemerkt, dass es schon n ach 10 war, als Peter Bouche mit einer wundersam einfühlsamen kurzen Zugabe, diesen wunderbaren Abend im Silvestersaal beendete. Wünschen wir ihm und seiner Musik, dass sie noch viele Menschen erreiche und ihnen diese ruhige und dynamische Erfüllung geben kann, die wir an diesem Abend erleben durften.

Diese Stimmung und dieses Erlebnis den Konzertbesuchern – und auch anderen Menschen – immer wieder zu ermöglichen, wird hierfür in Kürze eine CD vom Konzert erscheinen.

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Mindelheimer Zeitung vom Dienstag den 14.Juli 2009

Musik, die von Seele
zu Seele geht
Konzert Peter Bouché und Daniela Udert
spielen klingende Unikate

Mindelheim l sid l Die „Seelenklänge“ von Peter Bouché erreichten beim Konzert im Silvestersaal eine neue Dimension. Gemeinsam mit der Cellistin Daniela Udert ging der Pianist und Komponist mit den aus dem Augenblick geborenen Kompositionen und Improvisationen neue Wege. Die Töne wurden zu Botschaftern ihrer eigenen Seelen und berührten so die Seelen der anwesenden Gäste, gingen in die Tiefe und wirkten harmonisierend und heilend. Die Stunden mit dieser sehr ansprechenden und tief empfundenen Musik waren ein völliges Ausklinken aus dem Alltag, ließen alles Weltliche vergessen, um „auf Wolken zu schweben“. Es zählten nur die Aktion der beiden exzellenten Musiker und die Reaktionen des Publikums auf ihre Empfindungen, auf die Zartheit, aber auch auf das starke Gefühl, das durch ihre Musik ausgedrückt wurde. Da konnten die Gäste die Augen schließen und sich gedanklich mit diesen Schwingungen treiben lassen. Sich treiben lassen, das machten auch Peter Bouché am Flügel und Daniela Udert am Violoncello. Die Anspannung bei diesem Experiment war zu Beginn des Konzertes leicht zu spüren, doch im Verlaufe des Abends wurde die Harmonie deutlich spürbar. Da war es gleich, wer den Anfang eines Stückes spielte, mal dominierte das Klavier, mal das Cello, es waren die miteinander korrespondierenden Töne, die Klangharmonie, die ein Lächeln auf ihre Gesichter zauberten. „Wir machen das zum ersten Mal“, so Daniela Udert. „Man hört sich und geht aufeinander zu. Wir sind dann jedes Mal selbst gespannt darauf zu hören, was kommt.“ Beide würden die Klänge des anderen hören und sich darauf einlassen. Erst eine halbe Stunde vor Beginn des Konzertes seien sie sich darüber einig geworden, wer jeweils mit einem Stück beginne und ob langsam oder schnell gespielt würde, auf alles andere habe man sich dann beim Spiel eingelassen. Es waren Unikate, einmalige Erlebnisse.
Kai Hillen, der beide Musiker kannte, hatte sie miteinander bekannt gemacht und dieses zauberhaft Miteinander in die Wege geleitet. Das Publikum belohnte die Künstler mit heftigem Beifall.

Peter Bouché wurde im Saarland geboren und lebt heute in Kammlach. Nach der Faszination für Jazz, sein pianistisches Vorbild war Keith Jarrett, begann er 1997, eigene Kompositionen zu schreiben.
Daniela Udert kommt aus Westfalen, studierte Violoncello an der Hochschule für Musik Detmold, anschließend in Stuttgart. Sie gehört einem Streicherquartett in Stuttgart an und befasst sich mit Körperarbeit wie Rhythmik, Alexandertechnik, Eutonie und Bothmergymnastik.

 

  

Mindelheimer Zeitung

MITTWOCH, 15. OKTOBER 2008         Kultur im Unterallgäu


Konzert Die Klänge von Peter Bouché zaubern ein Lächeln in die Gesichter des Publikums


Mindelheim „In meinen Konzerten lasse ich die Harmonien und Klänge meines Herzens meine Sprache sein.“ Peter Bouché brauchte bei seinem Konzert im Silvestersaal keine Worte. Seine eigenen Kompositionen wurden zur Kommunikation zwischen ihm und dem Publikum.
Er stellte sich auf diese Atmosphäre ein und spielte seine „Seelenklänge“ mit meditativem und einfühlsamem Farbenklang.
Schon beim ersten Stück erreichte er die Seelen seiner Konzertgäste. Die Stille wurde fühlbar. Die Musik, die er dem Klavier entlockte, verzauberte und spendete Entspannung. Der Alltag schien unendlich weit entrückt zu sein. Für ihn genügten kurze, anklingende Tonfolgen, um sich auf das nächste Stück einzulassen, das nie ganz identisch mit demselben, bisher gespielten Werk sein würde.

Sein Variationsreichtum schien grenzenlos. So konnte es sein, dass zwei verschiedene Musikstücke zu einem verschmolzen oder sich ein wenig Jazz mit hineinstahl. Diese musikalischen Unikate tragen Namen wie: Aramäus, Til Solveig, Lichtenergie, Les enfants du paradis. Es sind Reflexionen, Schwingungen und Spiegelungen, erzählen von Freude, Liebe und Frieden. Man trifft einen
„Engel auf der Straße“, sieht den „Tanz des Regenbogens“ oder „Das Lächeln meiner Seele“. Dieses Lächeln legte sich auf die Gesichter der Gäste. Sie konnten die Zartheit, die feinen und starken  Emotionen nachempfinden, die dieser Musik entströmten.
Peter Bouché erreichte die Seelen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer mit brillantem Spiel. Die von ihm
erhoffte Stimmung des Friedens und der Ausgeglichenheit erzeugte stille Freude und öffnete die Herzen.

Das bestätigten die späteren Aussagen der Gäste, nicht nur durch ihren heftigen Applaus, sondern besonders, als sie sich mit glänzenden Augen und einem herzlichen Danke von Peter Bouché verabschiedeten.
Jeder verstand die Worte der Eintrittskarte von Victor Hugo: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“